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May. 24th, 2007

lenta_georgiya

"Hexenjagd in Estland"

Nachdem der erste Schock über die Bronzene Nacht überstanden wurde, beginnt der estnische Staat zurückzuschlagen. Jede Art von Illoyalität gegenüber der jetzigen Regierung wird als per se staatsfeindlich ausgelegt. Einige Beispiele:


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May. 14th, 2007

lenta_georgiya

HELP! Ist es wahr? Это правда? Is it true?

Kloty спрашивает:


Здраствуйте, может кто-нибудь подтвердить этот список?
Я взял этот список из комментария в Дельфи. Я ничего не могу сказать, насколько этот список правдив и кто его составил. Может кто-нибудь подтвердить или оповергнуть эту информацию?

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VERSCHWANDEN:
ПРОПАЛИ:
MISSED:


26 апр. ВЛАДИСЛАВ ВАСИЛЬЕВ 86 г.р. (Последний раз видели на Рахумяе 6, das letzte Mal auf Rahumäe 6 gesehen. Last seen on Rahumäe 6)

26 апр. ЮРИЙ СМИРНОВ 88 г.р. (Последний раз видели в Тартуской тюрьме, das letzte Mal im Gefängins von Tartu gesehen. Last seen in prison of Tartu)


26 апр. АНДРЕС ТАЛЬВЕР 73 г.р. (Уехал из Силламяэ, Fuhr weg aus Sillamäe, Drove away from Sillamäe )

27 апр. АРСЕН АРУТЮНЯН 93 г.р. (В 19 часов видели на площади, um 19 Uhr am Platz gesehen, at 19 o'clock seen at square ) Which square???

27 апр. ВЯЧЕСЛАВ ДЕМИДОВ 78 г.р.


27 апр. ЛЕОНИД МИХАЙЛОВ 54 г.р.

27 апр. МАКСИМ САДЕКОВ 85 г.р.

27 апр. СЕРГЕЙ КЛЕНСКОЙ 73 г.р.

27 апр. ОЛЕГ ЮНИЦКИЙ 63 г.р.


27 апр. ОЛЕГ КОНОПЛЁВ 29 лет.

26 апр. МАКСИМ ПАТРЫНИН 87 г.р.

27 апр. АЛЕКСАНДР ДОРОЖКО 16 лет.

26 апр. МАРК СИРЫК 18 лет
. (Арестован, обыск дома, сидит в тюрьме, Verhaftet, Hausdurchsuchung, sitzt im Gefängnis, arrested, house search, is in prison now)

27 апр. АЛЕКСАНДР ПЕРЕЛЫГИН 21 год.

27 апр. ЕВГЕНИЙ ШИПКО 89 г.р.

27 апр. ВИКТОР ШАТИЛИН 84 г.р.

27 апр. АЛЕКСАНДР ОВЧИННИКОВ -

26 апр. МАКСИМ МЕЛЯКОВ 87 г.р.

26 апр. ДЕНИС КОНОНОВ 81 г.р.

27 апр. РОМАН СЕРЕНКО -

27 апр. ДМИТРИЙ БЕЗДРОБНЫЙ -

27 апр. ЭДУАРД АДАМОВИЧ 86 г.р.

27 апр. ХАННЕС ЛУЙК -


26 апр. ПАВЕЛ ПАНЧЕНКО 83 г.р.    FOUND

27 апр.АЛЕКСАНДР БАРАНОВ 68 г.р.
   FOUND

27 апр.НАДЕЖДА КАРАНИНА 87 г.р.   
FOUND

26 апр. СЕРГЕЙ ЛЕБЕДЕВ 36 лет.    
LET GO

26 апр. СЕРГЕЙ ЮРС 84 г.р.     LET GO


26 апр. МАКСИМ ВЯЗОВ -


29 апр. АЛЕКСЕЙ ПРОКУШЕНКО 27 лет.

27 апр. ВЛАДИСЛАВ ВЕЛИСОВ 28 лет
. (По сведениям знакомых находится в тюрьме в Тарту), nach Aussagen von Bekannten ist er im Gefängnis in Tartu. Friends of him are aware, he is in prison in Tartu

27 апр. ДЕНИС КОСОВ 85 г.р.

Знаменитых активистов Ночного Дозора как Димитрий Линтер или Макс Реве нет в этом списке. Известно, что их аррестовали и обвинили в организации массовых безпорядков. О Марке Сирыке сегодня была статья в Дельфи, его обвиняют в лидерстве русской организации "Наши" в Эстонии. "Наши" не запрещенна в Эстонии. Также имеются доказательства, что он не участвовал в событиях вокруг Бронзового Солдата.

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May. 9th, 2007

lenta_georgiya

Klaus Dornemann: Bericht über eine bittere Nacht, unschuldig in estnischem Polizeigewahrsam.


Mit dem Erlaubnis von Herr Klaus Dornemann veröffentliche ich seinen Brief.

An den

Herrn Präsident der Republik Estland
Toomas Hendrik Ilves

Botschafter der Bundesrepublik Deutschland,Tallinn

Kommission für Menschenrechte der EU, Brüssel

Polizeipräfekten von Tallinn Herr Raivo Küüt

An den Õguskantsler Herr Allar Jõks

Leiter Informationszentrum für
Menschenrechte , Herr A. Semjonov


Bericht über eine bittere Nacht, unschuldig in estnischem Polizeigewahrsam.


Am Freitag, 27. April 2oo7 gegen 2o Uhr war mein Sohn Lucas und ich auf dem Heimweg vom Rathausplatz, wo wir uns mit mehreren Bekannten aus verschiedenen Ländern getroffen hatten (USA, Kanada, Shanghai, Schweden) um das schöne Wetter auszunutzen, zu unserem Appartment in der Liivalaia 26. Dazu mussten wir den Vabaduse Väljak überqueren. Dort hatte sich ein größeres Polizeiaufgebot versammelt, um für irgendetwas zu sorgen. Was genau, war mir nicht ersichtlich und den Polizisten wohl auch nicht recht klar, denn augenscheinlich war alles wie zu üblichen Tagen auf diesem Platz um jene Zeit. Unvermittelt ergriffen uns aber sogleich mehrere Polizisten und warfen uns auf den Boden in einem Polizeitransporter, wo auch schon einige Personen herumlagen. Gründe für dieses Drama wurden selbst auf Fragen hin mit den tiefgründigen Worten abgewehrt, „das ginge uns nichts an“. Das erscheint mir die estnische Variante der Achtung der Menschenrechte zu sein.
 

So landeten wir später in einem recht großen Raum, dessen meist unverputzte Wände aus Bruchsteinen waren. Ansonsten war der Raum weitgehend ohne Mobilar. Letztlich dann fanden sich dort etwa 2oo Personen, natürlich mit Kabelbindern so einschneidend gefesselt, daß eine normale Durchblutung nicht mehr gewährleistet war, wieder, die von mal vierzig, mal fünfzig schwer mit „Gummiknüppeln“ und Schlagstöcken bewaffneten Polizisten und vermummten Sondereinsatzkräften drangsaliert wurden, bis hin an den Rand der Folter. Spontan wie wahllos schlugen sie ohne ersichtlichen Grund auf die anwesenden „Aufständischen“ ein. Ich konnte selbst 11 solcher Knüppeleinsätze aus nächster Nähe beobachten, bis das Blut floß und Sanitäter kommen mußten, ebenso wie es mir selbst dann auch erging und auf dem anhängenden Bildern unschwer zu erkennen ist. Außerdem droschen sie irgendwann so auf mich ein, dass mein neues Hemd dabei zerfetzt wurde. Meinem Sohn Lucas erging es nicht besser bei diesen afrikanischen Methoden, die ich im Sudan und Uganda viele Male habe ansehen müssen. Man kann auch diese Folgen an uns deutlich auf anhängenden Bildern sehen.

Ganz abgesehen davon, daß mehr als die Hälfte der Einsitzenden eher einen hilflosen und zu gewaltsamen Demonstrationen kaum fähigen Eindruck machte und keinesfalls besoffen war, wie es der Volksmund und die offizielle Propaganda gerne hätte, waren die Polizisten bis auf wenige Ausnahmen heillos überfordert und sichtbar schlecht ausgebildet. Sie bewiesen ihre Stärke mit ziel- und planloser Gewalt gegen die Eingefangenen. Von Deeskalationsmaßnahmen hatten die allesamt jedenfalls noch nichts gehört.

Nun saßen wir mehr als zehn Stunden in der Freiheitsberaubung, ohne zu wissen warum denn, zu trinken gab es selbstverständlich nichts und auf die Frage nach einer Toilette wurde garnicht erst geantwortet, immerhin waren wir ja auch auf dem Rücken gefesselt und auf dem Fußboden zu sitzen verurteilt. Aufzustehen wurde sofort durch Schläge oder das Wegtreten der Beine geahndet. Einige Polizisten taten sich dabei besonders brutal hervor und traten schon mal im Vorübergehen den einen oder anderen gegen den Körper, also nicht nur gegen Beine, wie man mir einmal ziemlich derb und gezielt in die Geschlechtsteile trat.

Ich hatte also genügend Zeit das Treiben genau zu beobachten und wie ich schon sagte, waren die meisten aus körperlichen (Alter) oder gesundheitlichen Gebrechen zu eigener Gewalt gar nicht fähig, nur das konnten die schlecht gebildeten Uniformträger aber nicht erkennen.

Solch eine Behandlung von Menschen ist unter aller Würde wie ein Fremdwort und gegen alle Regeln der Menschenrechte, in zivilisierten Ländern zumindest. Keiner der Beamten trug ein Namensschild und auf meine mehrfachen Fragen danach wurde mir wiederum deutlich gesagt, daß mich deren Name nichts anginge. Ich fragte einige der "Strafgefangenen" nach ihren Namen und nur Wenige wagten es sich, ihren ganzen Namen zu nennen, aus Angst vor späteren Repressalien, wie es in totalitären Staaten ja üblich ist, wie sie mir sagten. All die Igors, Wassili`s, Juri`s, Valentins, Alexanders oder auch ein paar verlorene estnische Esten gab`s da.

Gegen 6 Uhr morgens wurde ich dann so tonlos entlassen, wie ich abends zuvor vergewaltigt wurde; ohne ein Wort der Erklärung oder gar Entschuldigung. Auf meine Frage, wie ich denn nun nach Hause komme, meinte man lakonisch, das sei mein Problem, ich sei ja auch hergekommen.

Die Polizei in Estland kann eben doch machen, was sie will, nach alter kommunistischer Manier. Da fällt es einem schon schwer, sich auf die Seite eines aufstrebenden und demokratischen Estlands zu stellen wenn man dann gefragt wird, wo denn die blauen und blutigen Flecken am Körper herkommen.

Alles in Allem bin ich ziemlich enttäuscht über die Methoden, wie estnische Behörden mit ihren und fremden Menschen umgehen. Man sollte also tunlichst um estnische Polizei, zumindest wenn man unschuldig ist, einen weiten Bogen machen. Ich wage mir zuzutrauen solch ein Ursteil abzugeben, lebe ich ja nicht nur seit mehr als fünf Jahren hier, sondern habe mehr als 14 Jahre in aller Herren Länder humanitäre Hilfe für Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Johanniter Hilfe und für mein Land, die Bundesrepublik Deutschland geleistet und war immerhin 4o Jahre Bundes- später Landesbeamter und offiziell nach Estland abgeordnet. Ich kann also schon vergleichen. Ich glaubte auch hier an eine gewollte Demokratie, nur weiß man so im Einzelnen noch nicht, wie das aussieht. – So wie dieser Tage vollführt, jedenfalls nicht.

Das Schlimmste aber ist, was nun folgt. In Zeitungen und im Rundfunk wird penetrant verbreitet, man solle sich keine Gedanken dazu machen, denn es handele sich ja nur um Auswüchse Asozialer, Alkoholiker und Betrunkener. Das ist schon unwahr genug, daß aber der Innen- wie auch der Außenminister und der sogenannte Rechtsantzler öffentlich dreist behaupten, es gäbe überhaupt keine Unregelmäßigkeiten durch die Polizei, ist schlicht gelogen. Sie sind ihr Amt nicht würdig. Sie sollten sich schämen.

Aber dabei sind die Politiker in guter Gesellschaft und die dumme Masse nimmt es eben hin.

Alles zusammengenommen ist wohl mehr Ironie als wirkliche, ernsthafte Politik der Tag!

zum ersten mal hier veröffentlicht




May. 3rd, 2007

lenta_georgiya

Meinung aus Estland: Eindrücke nach dem Radio-Interview von Jüri Pihl in Radio-4

Meinung aus Estland: Eindrücke nach dem Radio-Interview von Jüri Pihl in Radio-4

"Heute früh haben wir endlich erfahren:

Üri Pihl, Minister Estlands, WEIß NICHT (verstehen Sie, er weiß es nicht, hat es nicht gesehen, nicht gehört):

-wo das abgerißene Denkmal vor der Umbau stand,

-ob es in Teile zersegt wurde,

-wie viele Kündigungen der Polizisten nach den Unruhen eingereicht wurden,

-wieviele Kompetenzüberschreitungen seitens Polizei statt fanden ,


ABER ER WEIß GANZ GENAU:

-dass es um strafrechtiche Handlungen geht!!!

-dass es die Kompetenzüberschreitungen nur in Narva gab, laut munizipaler Regierung von Narva,

-und in Narva Polizisten russischer Abstammung beschäftigt sind,

-dass man nicht den russischen Provokationen nachgeben sollte!


May. 2nd, 2007

lenta_georgiya

Meinung aus Deutschland:"Auf beiden Seiten werden nach wie vor schwerwiegende Fehler gemacht"

Estlands Ministerpräsident Paet griff heute zu starken Worten gegen die russische Regierung und behauptete, dass estnische Internetseiten Hackerattacken aus Russland ausgesetzt seien. Gleichzeitig sagte er, dass man wisse, dass die russischen Demonstranten vor der estnischen Botschaft bezahlt würden. Er forderte die EU auf, alle Berhandlungen mit Russland einzustellen und verlangte die uneingeschränkte Solidarität aller EU-Länder wegen des "Angriffs" auf Estland.



Blogeintrag hier
lenta_georgiya

Meinung aus Deutschland: "Was geschah in Terminal D des Tallinner Hafens in der Nacht vom 27.04?"


Der deutsche Blogger schreibt:
"Dies ist eine Übersetzung aus dem Russischen einer Übersetzung aus dem Finnischen. Der Originalartikel ist hier. Schaut Euch die Fotos an.

Grausame Massnahmen

Die Deutschen, Vater und Sohn Dornemann erzählen über den ausgestandenen Schrecken in den Händen der Tallinner Polizei.
Den 65-jährigen Klaus Dornemann hat man mit Schlagstöcken auf die Rippen und die Arme heftig geschlagen. Lukas Dornemann hat einige Tage seine Finger nicht gespürt und einige Teile seines Körpers schmerzen noch bis heute. Diese Schläge sind für ihn komplett urerklärlich. Die Polizisten schlugen ohne Sinn und Verstand alle Festgenommenen. Es gab dabei keine Logik, sie haben sich bloss belustigt und hatten Freude daran, die Leute zu schlagen, erinnern sich an die Nacht vom vergangenen Samstag die Deutschen Lukas Dornemann, 37 und Klaus Dornemann, 65.

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Apr. 27th, 2007

lenta_georgiya

Meinung aus Estland

"Der folgende Text mag nicht ganz politisch korrekt sein, weil ich Vereinfachungsbezeichungen wie "Esten" und "Russen" verwenden werde. Andere wenige  Vereinfachungen und Verallgemeinerungen können von meinen Landsleuten korrigiert oder erzängt werden. Kommentare werde ich mal ausschalten, sorry, wer konnte der hat mich verstanden, die anderen sind hier falsch...

lenta_georgiya

Meinung aus Deutschland: "Krawalle in Tallinn"

am 26.04.07 geschah in Tallinn genau das, wovor schon Monate vorher gewarnt wurde: Niemand hat sich vorstellen können, dass Pariser oder Budapester Verhältnisse im kleinen gemütlichen Tallinn möglich sind, doch genau das passiert.
Der erste Artikel erschien in Indymedia, doch zu diesem Zeitpunkt war es noch nicht klar, dass die Plünderungen stattfinden werden. Was danach passiert ist, kann man auf diesen Fotos anschauen. Die ganze Nacht über habe ich meine sämtliche Freunde in Estland über icq und Skype erreicht, alle waren vor Ort, die Berichte waren sehr ähnlich: Die Polizei tat nichts, um die Stadt abzusichern, einige haben was abbekommen, entweder eine Portion Tränengas, oder mussten von Gummigeschossen sich in Deckung bringen. Grundtenor war bei allen derselbe: so was hat keiner von ihnen erlebt, alle waren geschockt und haben es als einschneidenden Punkt ihres Lebens beschrieben. Was am meisten aber sie bedrückt hat, war die Gewissheit, dass die Integration ist Estland vorbei ist, zwei Volksgruppen stehen sich unversöhnlich gegenüber. Auch wenn man den richtigen Nachnamen, einen blauen Pass und Zertifikat mit der bestandenen Sprachprüfung mit der Tasche hat, es nützt alles nichts, man bleibt Bürger zweiter Klasse und wird daran auch ständig erinnert. Charakteristisch war ein Hilfeschrei auf LiveJournal, eine Frau berichtete, dass ihre estnische Kollegen Sekt getrunken haben, um den "Sieg" zu feiern.

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